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Die Pfadfinderbewegung

Lord Baden-Powell of Gilwell, der Gründer der Pfadfinder

Kindheit und Jugend von  Bi-Pi

Robert Stephenson Smith Baden-Powell wurde am 22. Februar 1857  als zwölftes von vierzehn Kindern einer wohlhabenden Familie in London geboren. Als er drei Jahre alt war, starb sein Vater und so wurde er von seiner Mutter und seinem Großvater erzogen, der in ihm die Lust auf Abenteuer und an der Naturbeobachtung weckte. In der großen Familie wurde Bi-Pi´s (so wurde er genannt) Gemeinschaftssinn und sein Verantwortungsbewusstsein geprägt.  Bei seinen Streifzügen gelangte er auch in die Slums von London. In diesen Armenvierteln sah er die Not der Menschen, die dort lebten, und er fasste den Beschluss, sich für die Abschaffung des Gegensatzes zwischen arm und reich einzusetzen. Bi-Pi war ein mittelmäßiger Schüler, da er, statt seine Bücher zu lesen und Schulaufgaben zu machen, lieber allein oder mit Freunden  im verwilderten Park des Charterhouse-Colleges herumstöberte und die dort lebenden Tiere beo-bachtete. Nach Erhalt des Abschlusszeugnisses ging Bi-Pi vom Charterhouse-College ab. Da er  die Welt sehen wollte, entschied er sich für eine militärische Laufbahn. Er bestand die Aufnahmeprüfung als einer der Besten und ließ sich nach Indien versetzen.

Bi-Pi´s weiterer Werdegang

Im Gegensatz zu den anderen englischen Soldaten suchte Bi-Pi den Kontakt zur indischen Bevölkerung und brachte englische und indische Kinder zusammen. Er stellte dabei fest, dass sich die Kinder trotz verschiedener Sprachen gut verständigen konnten und dass sie vorurteilsfrei aufeinander zugingen. Während der Zeit in Indien entwickelte Bi-Pi das System der “kleinen Gruppe”. Er unterteilte seine neu gegründete Kundschaftereinheit in kleine überschaubare Gruppen. Dies sollte später als Prinzip der Sippe in die Pfadfinderarbeit übernommen werden. Als er 31 Jahre alt war, wurde er mit seiner Einheit nach Südafrika versetzt. Während eines Zulu-Feldzuges starb ein Zulu-Mädchen in Bi-Pi´s Armen, ohne dass er ihr helfen konnte. Deshalb forderte er, dass alle Soldaten und später auch alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder an einem Kurs in Erster Hilfe teilnehmen sollten. Eine weitere wichtige Station in seinem Leben war die Belagerung der südafrikanischen Stadt Mafeking, die Bi-Pi mit nur wenigen Soldaten und Zivilisten gegen eine große Übermacht verteidigen musste. Im Verlauf der Belagerung bemerkte Bi-Pi, dass, im Gegensatz zu der damaligen Auffassung, auch Kinder und Jugendliche fähig sind, Verantwortung zu übernehmen.

Während seines Aufenthalts in Afrika erschien in England sein Buch “Aids for Scouting” (Hilfen fürs Kundschaften), welches er zur Ausbildung von Soldaten geschrieben hatte. Nach seiner Rückkehr nach England stellte Bi-Pi entsetzt fest, dass sein Buch zum Lieblingsbuch vieler Jugendlicher geworden war, welche die darin beschriebenen Techniken nachahmten. Da er es nicht gern sah, dass Jugendliche Militärmethoden praktizierten, ließ er sich vom Militär freistellen, um sich ganz der Jugendarbeit zu widmen.

Die Entstehung der Pfadfinderbewegung

1907 führte er ein Lager mit 22 Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten auf der Insel Brownsea durch. Er teilte die Jungen in Kleingruppen auf, der älteste wurde Gruppenführer. Um den äußerlichen Unterschied zwischen armen und reichen Jungen zu verdecken, trugen alle eine Kluft. Seine bis dahin gemachten Erfahrungen schrieb Bi-Pi in seinem ersten Pfadfinderbuch “Scouting for Boys” (Pfadfinden für Jungen) nieder. In kürzester Zeit gründeten sich überall auf der Welt Pfadfindergruppen nach Vorbild seines Buches. 1909 fand das erste offizielle Pfadfindertreffen im Londoner Kristallpalast mit 11 000 Teilnehmern statt. Dort wurde Bi-Pi von der ersten Pfadfinderinnengruppe überrascht. 1913 wurde offi-ziell die Pfadfinderinnenbewegung gegründet, deren Leitung 1916 von Bi-Pi´s Frau Olave St. Clair Soames übernommen wurde.

Das erste internationale Pfadfindertreffen (Jamboree) fand 1920 in England auf dem Londoner Olympiagelände statt. Es trafen sich 8 000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus 27 Ländern, die Bi-Pi zum ersten und einzigen “Chief Scout of the World” ernannten. 9 Jahre später erhielt er vom englischen König den Adelstitel “Lord of Gilwell”. 1937 trat Bi-Pi beim Jamboree in Holland zum letzten Mal auf um sich zu verabschieden und beauftragte die jüngere Generation seine Idee weiterzuführen.
Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte Bi-Pi sehr abgeschieden in seinem Haus in Kenia (in seiner “zweiten Heimat” Afrika). Am 8. Januar 1941 starb er. Auf seinem Grabstein befindet sich ein Kreis mit einem Punkt darin. Dieses Waldläuferzeichen bedeutet: “Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen.”

Wir wollen aus Bi-Pi keinen Helden machen, aber ganz sicher war er jemand, der Kinder mochte und verstand. In einer Zeit, in der kaum jemand Kinder als Persönlichkeit anerkannte, hat er ihnen gezeigt, dass sie selbst viel dazu beitragen können, dass sie tüchtige und zufriedene Menschen werden. Nach dem 1. Weltkrieg hat sich Bi-Pi mit aller Kraft für den Frieden eingesetzt. Da es damals bereits Pfadfinderinnen und Pfadfinder auf der ganzen Welt gab, hat er sie alle immer wieder zum Verständnis füreinander aufgerufen und sie gebeten, etwas dazu beizutragen, dass diese Welt ein bisschen besser, freundlicher und verständnisvoller werde. Vieles hat sich im Lauf der Jahre geändert, geblieben aber ist der Grundgedanke: Wer an sich arbeitet, kann Aufgaben und Verantwortung übernehmen. Man kann das lernen. Wenn wir Achtung vor dem anderen haben, uns bemühen, die Stärken des anderen herauszufinden, dann können wir ihm nicht mehr zum eigenen Vorteil schaden. Wer gelernt hat, sich für eine Sache einzusetzen, die es ihm Wert scheint, der wird das immer wieder tun. Und das ist genau das, was Bi-Pi wollte, sein Leben lang.

Aktuelles:

Sonntag, 19. Februar '12 01:32

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Unter Eindrücke könnt ihr nun Bilder des Bundes-sommerlagers und der Stammes-führerschulung 2011 sowie der Bundes und Delegierten-versammlung 2012 anschauen.