Robinos "Moderne" - ... die Stämme wieder zu einer Einheit zusammenführen.
Klaus Linsenbold kam 1989 mit 14 Jahren zu den Pfadfindern. Auf seinem ersten Lager – einem Indiannerlager – gehörte er bereits zur Sippe Lucullen. Die Gruppe hatte sich nach dem römischen Feldherrn Lucius Licinius Lucullus benannt, der bis heute für seine üppigen Gelage bekannt ist. Grund für den ungewöhnlichen Namen war die enorme Gefräßigkeit, welche die 14jährigen Jungs an den Tag legten.
Nachdem Robino sehr früh Gruppenleiter der Sippe Falken wurde, übernahm er später das Amt des Stammesführers in Ravensburg. Sein erstes Amt auf Bundesebene war das des Bundesbeauftragten für Schulung. Von 1998 bis 2004 war er schließlich Bundesfeldmeister.
Robino, welche Ziele hast du dir gesetzt, als du 1998 Bundesfeldmeister wurdest?
Mmhhh. Schwierig. Eigentlich bin ich in die Sache ja reingerutscht. (lacht) Man musste mich nämlich sehr davon überzeugen. Nein, im Ernst, mein wichtigstes Ziel war es den Bund wieder zum Bund zu machen: also ein Bundesgefühl herstellen und die Stämme wieder zu einer Einheit zusammenführen.
Hast du diese Ziele erreicht?
Ja, ich denke schon. Als ich mir die Ziele gesetzt hatte, hatte ich keine konkrete Lösung vor Augen. Schlussendlich haben wir (die Bundesführung) es geschafft, die Stämme wieder zusammenzuführen. Das Ziel Brücken zu bauen, zum einen zwischen den Stämmen und zum anderen zwischen den Stämmen und dem Bund, haben wir denke ich erreicht.
Wie würdest du deinen Führungsstil bezeichnen? Auf was hast du besonderen Wert gelegt?
Besonders wichtig war es mir immer, keinen autoritären Führungsstil zu haben; so wie man es auch als Gruppenleiter auf der Schulung lernt. Aber der Führungsstil hängt eben immer von der Situation ab. Während meiner Zeit bin ich zunehmend autoritärer geworden, immer dann wenn z.B. nicht zielführende Diskussionen unterbrochen werden mussten.
Im Nachhinein denke ich, dass wir manchmal zu wenig Entscheidungsfreude gezeigt haben.
Es war uns immer wichtig, Entscheidungen – durch Diskussionen – auf eine möglichst breite Basis zu stellen.
Beschreibe dich als Bundesfeldmeister doch mal aus deiner Sicht!
Ein negativer Teil von mir war, dass ich – wie bereits gesagt – zu wenig Entscheidungsfreude gezeigt habe. Außerdem haben wir viel Zeit verplämpert. Wir waren in manchen Dingen einfach nicht effektiv genug. Das Handbuch z.B. ist erst in Mosches Zeit fertiggestellt worden.
Gut war sicher, dass ich für vieles Neue offen war. Da wären z.B. die Namensänderung und die Neugliederung der Stufen zu nennen.
War die Arbeit als Bundesfeldmeister so, wie du sie dir vorgestellt hattest?
Ich habe mit viel Arbeit gerechnet: viele Besprechungen, viele Vorbereitungen. Letztendlich war es aber eher schwerer, als ich es mir vorgestellt hatte.
Bist du manchmal an deine Grenzen gestoßen?
Ja, auf jeden Fall.
Wer hat dir in solchen Situationen geholfen?
Basti. In seiner Position als mein Stellvertreter hat er mir oft geholfen. Aber auch die anderen aus der Bundesführung, Hexe und Nico, haben mir viel Arbeit abgenommen. Und sie haben mich auch hin und wieder auf den Teppich geholt!
Was hat sich während deiner Zeit im Bund getan?
Da wären eben die Namensänderung und die Veränderung der Stufen. Vor allem aber, sind wir weniger Stämme und mehr Mitglieder geworden. Die Stämme in Immendingen und Stuttgart haben wir leider verloren. Insgesamt ist unser Bund stabiler geworden.
Was gibst du unserem aktuellen Bundesfeldmeister Jo mit auf den Weg?
Ruhe bewahren! Er sollte immer wieder innehalten und selbst schauen, was ihm wichtig ist. Ist es das, was ich will? Und, er sollte sich treu bleiben! Das wichtigste ist aber, ein gutes Team um sich zu haben, mit dem die Zusammenarbeit Spaß macht.
Eine letzte Frage zum Abschluss: Wie würdest du die Pfadi-Epoche nennen, in der du Bundesfeldmeister warst?
Moderne.
Vielen Dank für das Interview!


