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Interview mit Krabat

Hallo Krabat,

du bist gerade aus New York zurückgekommen. Wie hast du die letzten Tage verbracht?

Ich habe erst einmal einen halben Tag geschlafen und konnte einige ruhige Tage mit meiner Freundin in Berlin verbringen. Danach musste ich leider den Computer wieder einschalten und die Verhandlungen der Jugendresolution, die zu der Zeit noch liefen, weiter mitverfolgen. Zudem müssen wir endlos viele Berichte schreiben und Interviews geben.

Die Zeit in New York war der Höhepunkt einer langen und intensiven Vorbereitungsphase in Deutschland. Wie genau haben Marah und du die Stimmen der deutschen Jugend zusammengetragen?
Von Februar bis September waren wir 25.000 km in Deutschland unterwegs bei Jugendverbänden, Schule, in Ausbildungsbetrieben und Universitäten, unter anderem auf dem DPV-Lager Exploris, und auf der 100-Jahr Feier der Ringpfadfinderbünde (BdP, VCP, PSG, DPSG) durften wir die Berliner Erklärung der deutschen Pfadfinder entgegen nehmen.

Waren das auch deine Bedürfnisse, welche die Jugendlichen geäußert haben?
Ja! In fast allen Diskussionen, egal ob es HIV/AIDS oder Beschäftigung war, sind wir zurückgekommen auf das Thema Bildung und Chancengleichheit und –gerechtigkeit! Wir sind die Generation von jungen Menschen mit den meisten Chancen und mit der besten Bildung! Warum fallen jedoch immer mehr Jugendliche aus dem System heraus und haben kaum Chancen in dieser Gesellschaft? Warum hängt unsere Zukunft viel stärker, als in anderen Ländern, von unserer sozialen Herkunft, von unseren Eltern ab? Da das Thema für Marah, für mich und für die meisten Jugendlichen so wichtig war, haben wir es zur Grundlage unserer Rede gemacht.

Mit dem Halstuch bei der UN: darüber hat sogar der Weltpfadfinderverband berichtet. Was bedeutet dir dieses Halstuch?
Es war ein sicherlich unvergesslicher Moment vor der versammelten Welt in der Generalversammlung eine Rede zu halten mit einem Symbol, dem Halstuch, das wie kein anderes Millionen von Menschen auf diesem Globus verbindet. Das Halstuch ist für mich ein Zeichen der Freundschaft und der Verbundenheit zu einer weltweiten Jugend- und Friedensbewegung, das weltweit Tore und Türen öffnet. Deshalb habe ich es auch auf jeder Reise mit dabei!

In deiner Rede vor der UN-Hauptversammlung hast du „Empowerment“ eingefordert. Und zwar nicht in der Zukunft, sondern jetzt sofort. Warum ist dir Empowerment so wichtig?
Empowerment heißt für mich jungen Menschen die Chancen zu eröffnen, damit sie selbst die Fähigkeiten erlangen, um ihre eigenen Träume zu realisieren! Empowerment ist die Grundlage, damit wir als junge Menschen uns als gleichberechtigte Bürger in Gesellschaft und Politik einbringen.

Früher meinte man es reicht in der Entwicklungshilfe einfach Brunnen zu bauen, aber solange niemand vor Ort weiß wie dieser gepflegt wird, versandet er nach kurzer Zeit. In unserem dreigliedrigen Schulsystem werden Abstellgleise für Jugendliche produziert, wodurch viele junge Leute kaum oder nur schlechte Zukunftschancen vor sich haben.

Bei den Pfadfindern lernen wir von klein auf Verantwortung zu übernehmen und unsere Ideen in einem Team umzusetzen. Vielen Jugendlichen fällt es schwer Verantwortung zu übernehmen und Wünsche und Träume zu entwickeln, bzw. umzusetzen. Die Politik redet von Globalisierung und Zukunftsfähigkeit, gleichzeitig kürzt sie die Förderung von Jugendorganisationen. Als Jugenddelegierte wollen wir jedoch nicht nur nach Deutschland schauen: Die Millennium-Entwicklungsziele (8 Ziele, die alle Staaten bis 2015 erreichen wollen) sind ein wichtiger Schritt gegen die Armutsbekämpfung und für ein „Empowerment“ junger Menschen, insbesondere junger Frauen.

Was muss man tun, um UN-Jugenddelegierter zu werden?
Zuerst einmal braucht man Erfahrung in der Jugendarbeit und viel Motivation, um sehr viel Zeit und Energie in diese Aufgabe zu investieren. Ansonsten kann sich jeder Jugendliche zwischen 18 und 25 Jahren um das Mandat bewerben. Nach einer schriftlichen und telefonischen Auswahl, findet in Berlin ein zweitägiges Auswahlseminar statt. Die Ausschreibung für die Jugenddelegierten 2008 läuft bis zum 01. Januar 2008. Die Bewerbungsunterlagen findest du unter www.jugenddelegierte.de. Selbstverständlich kann ich nur jedem empfehlen, dass sich eine Bewerbung lohnt, denn für mich war es ein wirklicher Traumjob deutscher Jugenddelegierter zu sein.



Vielen Dank für das Interview!

Aktuelles:

Sonntag, 19. Februar '12 01:32

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Unter Eindrücke könnt ihr nun Bilder des Bundes-sommerlagers und der Stammes-führerschulung 2011 sowie der Bundes und Delegierten-versammlung 2012 anschauen.